Welche Symptome können auf eine Fruchtbarkeitsstörung hindeuten?

Körperliche Symptome, sowohl bei der Frau als auch beim Mann, können Hinweise auf eine mögliche Fruchtbarkeitsstörung liefern. Dies muss aber nicht immer der Fall sein. Bei vielen Menschen treten auch keinerlei körperliche Anzeichen auf.

Symptome bei der Frau

Manche Frauen leiden an körperlichen Symptomen, die auf eine Fruchtbarkeitsstörung hinweisen können, wie beispielsweise unregelmäßige Monatsblutungen oder das Ausbleiben der Menstruation.

Damit Sie diese Anzeichen bemerken, ist es wichtig, dass Sie Ihren Körper kennen und auch sorgfältig beobachten. Wenn Sie Ihren Arzt über Ihre Symptome informieren, kann ihm dies die Diagnose erleichtern.

Menstruationsstörungen

Nach der ersten Regelblutung (Menarche) pendelt sich die hormonelle Steuerung der Monatszyklen langsam ein, bis sie nach der letzten Regelblutung (Menopause) komplett endet. Treten während der fruchtbaren Jahre Störungen dieser Steuerung auf, wirken sich diese auf den Menstruationszyklus aus und können somit auch Grund für eine Unfruchtbarkeit sein.

Störungen des Menstruationszyklus können sich in Regelmäßigkeit, Stärke und Dauer äußern. Es können zusätzliche Blutungen oder übermäßige Menstruationsschmerzen auftreten.

Amenorrhoe – Ausbleiben der Monatsblutung

Es gibt viele Ursachen für eine Amenorrhoe, wie beispielsweise Schilddrüsenstörungen, Stoffwechselkrankheiten, das PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarialsyndrom) oder eine Überproduktion von Prolaktin (Hormon zur Förderung der Muttermilchbildung). Aber auch starke Gewichtsabnahme (wie bei Magersucht) oder psychische Faktoren können zum Ausbleiben der Menstruation führen.

Oligomenorrhoe – seltene Monatsblutung

Eine Oligomenorrhoe liegt vor, wenn die Regelblutung nur selten auftritt, d. h. zwischen den Blutungen mehr als 35 Tage Abstand liegen. Häufig ist eine Funktionsstörung der Eierstöcke die Ursache. Aber auch Essstörungen oder eine Überproduktion von Prolaktin (Hormon zur Förderung der Muttermilchbildung) sind mögliche Gründe.

Polymenorrhoe – zu häufige Monatsblutung

Wenn der Abstand zwischen den Regelblutungen dauerhaft weniger als 21 Tage beträgt, bezeichnet man dies als Polymenorrhoe. Ursachen können hier unter anderem Entzündungen, Myome (gutartige Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut) oder eine verkürzte Gelbkörperphase in der zweiten Zyklushälfte sein.

Hypermenorrhoe – übermäßig starke Monatsblutung

Sind die Regelblutungen übermäßig stark und lang, bezeichnet man dies als Hypermenorrhoe. In vielen Fällen liegen organische Ursachen vor wie beispielsweise Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut, eine Endometriose, Myome (gutartige Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut) oder Polypen (gutartige Wucherungen, die in das Innere der Gebärmutter hineinragen).

Zwischenblutungen

Zwischenblutungen können hormonell bedingt sein, zum Beispiel durch einen Gelbkörperhormonmangel. Aber auch organische Veränderungen der Gebärmutter können Zusatzblutungen verursachen.

Weitere hormonelle Störungen

Auch eine Überproduktion männlicher Hormone (Androgene) kann der Grund für eine Fruchtbarkeitsstörung sein. Körperliche Anzeichen dafür können unter anderem Akne, fettige Haut und übermäßige Behaarung sein. Letzteres kann auch ein Anzeichen für das Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCOS) sein.

Durch sorgfältige Überwachung durch Spezialisten für Kinderwunschbehandlung lässt sich die hormonelle Konstellation in vielen Fällen weitgehend vermeiden.

Das Hormon Prolaktin ist für die Aufrechterhaltung der Milchproduktion während der Schwangerschaft verantwortlich. Eine Überproduktion (Hyperprolaktinämie) ohne vorliegende Schwangerschaft kann jedoch zu einer Störung der Eizellreifung und im Extremfall zu einer Unfruchtbarkeit führen.

Schmerzen

Schmerzen sind stets eine subjektive Empfindung. So leiden viele Frauen an mehr oder weniger starken Schmerzen während der Regelblutung. Menstruationsschmerzen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sollten beim Arzt abgeklärt werden, um Erkrankungen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, auszuschließen.

Menstruationsschmerzen – Dysmenorrhoe

Bei vielen Frauen treten während der Monatsblutung Krämpfe und Schmerzen auf. Menstruationskrämpfe und -schmerzen jeder Intensität sollten bei einer Fruchtbarkeitsuntersuchung dem Arzt geschildert werden, denn sie können auch auf eine Endometriose hinweisen, die die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen kann.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – Dyspareunie

Wenn beim Geschlechtsverkehr Schmerzen empfunden werden, kann dies mehrere Ursachen haben. Es könnte ein vaginales Problem, wie beispielsweise Scheidentrockenheit oder eine Infektion vorliegen oder ein sexuelles Problem dahinter stecken. Dyspareunie kann aber auch ein Anzeichen für eine Endometriose sein, welche eine Unfruchtbarkeit verursachen kann.

Symptome beim Mann

Auch beim Mann können gewisse körperliche Anzeichen auf eine verminderte oder gestörte Fruchtbarkeit hinweisen. Symptome wie Probleme bei der Erektion oder Ejakulation (Samenerguß), größenveränderte Hoden (zu klein oder zu groß) und starke Gewichtsschwankungen können als mögliche Anhaltspunkte dienen. Letztlich bleibt aber der Besuch beim Arzt und eine Untersuchung der Samenprobe im Labor nicht aus, um eine sichere Diagnose stellen zu können.

Wichtiger Hinweis:

Viele Ursachen für Fruchtbarkeitsstörungen sind allerdings nicht durch äußerliche Symptome erkennbar. Daher ist es sinnvoll bei bestehendem Kinderwunsch und nicht eintretender Schwangerschaft auch ohne körperliche Beschwerden in jedem Fall einen Facharzt aufzusuchen.