Im Zuge der Erstberatung beim Andrologen oder Reproduktionsmediziner werden Ihnen die Verfahrensweisen genau erläutert und Fragen über eventuelle Vorerkrankungen gestellt. In den meisten Fällen wird im Anschluss daran ein weiterer Termin für die Durchführung von ersten Untersuchungen vereinbart.

Fragen an den Mann

Die wichtigsten Fragen beim Mann beziehen sich unter anderem auf den allgemeinen Gesundheitszustand, frühere Infektionen oder Operationen und darauf, ob Fruchtbarkeitsprobleme in der Familie vorgekommen sind. Ebenso werden unter anderem beruflicher und privater Stress sowie die Lebensgewohnheiten besprochen, um Anhaltspunkte für eine mögliche Ursache der verminderten Fruchtbarkeit zu finden.

Samenanalyse

Bei jedem Paar mit einem länger bestehenden Fruchtbarkeitsproblem wird auch eine Samenanalyse beim Mann durchgeführt. Die Untersuchung kann in diesem Stadium sowohl in der Praxis des Urologen/Andrologen als auch im Labor eines Kinderwunschzentrums durchgeführt werden.

Eine Samenanalyse wird medizinisch als Spermiogramm bezeichnet. Die Samenflüssigkeit wird durch Ejakulation gewonnen, wobei der Mann zuvor drei Tage lang enthaltsam gewesen sein sollte. Anschließend werden die Qualität und Quantität der Samenzellen beurteilt. Als normal gelten rund 39 Millionen Spermien pro Ejakulat, von denen etwa jedes Dritte ausreichend beweglich sein sollte.

Es gibt verschiedene Bezeichnungen für ein abweichendes Ergebnis einer Samenanalyse:

Stellt man Abweichungen bei der Samenanalyse fest, wird die Untersuchung zunächst wiederholt und es werden weitere Maßnahmen eingeleitet.

Körperliche Untersuchung

Beim Mann kann eine körperliche Beurteilung von Behaarung und Körperbau sowie die Abtastung der Geschlechtsorgane erfolgen.

Hormonuntersuchung

Mit einer Hormonuntersuchung kann der Arzt überprüfen, ob die hormonelle Steuerung der Hodenfunktion gestört ist. Daher werden vor allem die für diese Steuerung verantwortlichen Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon), LH (Luteinisierendes Hormon) und Testosteron im Blut gemessen. Sind die Hormone LH und FSH oder nur FSH erhöht, kann das ein Hinweis auf eine Schädigung des Hodengewebes sein.

Ultraschalluntersuchung des Hodens

Eine Ultraschalluntersuchung wird vom Arzt unter anderem durchgeführt, um einen Hodentumor oder eine Hodenkrampfader, auch Varikozele genannt, zu erkennen. Beide Erkrankungen können möglicherweise der Grund für eine Zeugungsunfähigkeit sein.

Hodenbiopsie

Wenn in einer Spermaanalyse nur sehr wenige Samenzellen gefunden werden, kann eine Hodenbiopsie veranlasst werden. Mit diesem kleinen Eingriff, bei dem Gewebe aus dem Hoden entnommen wird, kann die Spermienproduktion abgeklärt werden.

Genetische Untersuchung

Bei Verdacht auf eine genetisch bedingte Störung kann dem Patienten eine Blutprobe entnommen und diese im Labor untersucht werden.

Postkoitaltest (PCT)

Bei diesem Test wird untersucht, ob nach dem Geschlechtsverkehr genügend Spermien durch den Gebärmutterhals (Zervix) in Richtung Gebärmutter und Eileiter wandern können. Ein bis drei Tage vor dem Eisprung wird vom Arzt die Beschaffenheit des Gebärmutterhalsschleims (Zervixschleim) festgehalten. Hat das Paar dann Geschlechtsverkehr, wird einige Stunden danach erneut eine Probe des Zervixschleims entnommen, um zu sehen, ob und wie viele befruchtungsfähige Spermien sich darin befinden.

Dieser Test kann auch darüber Aufschluss geben, ob es eine Unverträglichkeit zwischen den Bestandteilen des weiblichen Zervixschleims und den männlichen Spermien gibt.

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